Kategorie-Archiv: Gesellschaft

Alles aus dem „Zusammenleben“

Das Verurteilen der Emotionen – Pseudoakademisches Trendsetting

Meine Wut über die Anschläge kürzlich in Berlin lässt mich schwer die ersten Worte finden, und doch landen wir gerade deshalb genau da, wo ich hin möchte. Man überlegt „Was kannst du schreiben, wie kannst du es sagen?“ und ich merke schon hier, dass ich Gefangener der „Emotionstrendsetter“  ganz im Sinne eines Vulkaniers zu werden drohe.

Noch im Juli schrieb ich über den Anschlag in Nizza, bzw. über die Reaktionen danach. Wenn man sich den Artikel von vor fast einem halben Jahr heranzieht und einfach nur den Namen der Stadt und die Namen diverser Akteure ändert, so hat der Inhalt die gleiche Gültigkeit wie seinerzeit. Ein exemplarischer Beweis dafür, dass Verantwortliche der Länder, unseres Landes, resistenter als der schlimmste Schnupfenvirus scheinen.

„Meinen Hass bekommt ihr nicht“ – doch nur was man kommen lässt, geht auch wieder

Wer hat da jetzt reininterpretiert, dass damit nun alle Menschen den Hass bekommen ?
Natürlich richtet sich das gegen den Attentäter, gegen die Unterstützer, gegen Fanatismus. Aller Couleur.

Hass ist nicht mehr als die höchste Form der Abneigung einem Peiniger gegenüber und letzten Endes geht es darum, wie weit wir in der Lage sind mit unserem Hass umzugehen. Was kommt, das geht auch wieder, und der emotional intelligente Mensch hat es auch in der Hand, negative Gefühle wieder ziehen zu lassen.
Menschen die jetzt meinen, dass die, die hassen eben das nicht sind, emotional intelligent, denen sei gesagt, dass sie in der Argumentation genau dem erliegen was sie beklagen. Hass gegenüber jedem, der nicht genauso fühlt und denkt.

Wir sind emotionale Wesen – der eine mehr, der andere weniger.

Wir sind traurig, wenn Bambis Mutter erschossen wird.

Ängstlich schauen wir durch einen Spalt der Finger einer Hand, wenn in einem Gruselfilm die schnelle Abfolge von Geigengefiedel einen nächsten Schockmoment einleitet.

Wütend reagieren wir, wenn die Kinder verprügelt nachhause kommen (hier braucht es schon viel weniger – die „ungerechte“ Lehrerin reicht oft schon) .

Aber wenn ein Antimensch, so ein Mistsack wie der Attentäter (zuerst kamen mir unsägliche Beschreibungen in den Sinn, wie: gestört, impotent, kleineirig)  12 Menschen tot fährt, dann müssen wir uns zusammenreißen ?
Wir dürfen traurig sein, das geht noch, aber eigentlich sollen wir vernünftig sein ?
Das ist keine angepasste und auch keine angemessene Reaktion.

Ist euch noch zu helfen ?
Natürlich bekommt dieser nachgemachte Mensch meine ganze Wut.

Liebe Entsetzte, liebe Herzchenmaler. Wut bringt unsere Leidenschaft für Gerechtigkeit und Wahrheit zum Ausdruck, Wut ist keine Aggression. Es ist nicht immer angebracht, Wut auszudrücken, aber es ist niemals richtig, Wut zu unterdrücken.

„Die meisten von uns verwechseln Wut mit Aggression, das ist schon mal das Erste. Aber Wut, in ihrer reinen Form, ist eine verletzliche Emotion. Sie ist eine Art zu zeigen, dass einem etwas wichtig ist und dies energetisch zu betonen. Das ist keine Scham und keine Beschuldigung, nur Feuer. Es ist eine Energie, die eine Beziehung vertieft, wenn sie gut aufgenommen wird. Aggression sieht in manchen Fällen ähnlich aus wie Wut.“ – Robert August Masters 

Der amerikanische Therapeut Robert August Masters redet von einer „achtsam gehaltenen Wut“ – die bewusst wahrgenommene Wut, einem durchaus konstruktiveren Gefühl als das der lähmenden Angst, was einem Ersaufen gleichkommt.
Wir lernen was uns wirklich verletzt hat und wir lernen die Verletzung zu verarbeiten.

Nochmal:
Liebe Entsetzte, liebe Herzchenmaler.
Trauert und fühlt, wie ihr es für richtig haltet.
Erzählt nicht, euer Schweigen und Innehalten sei die einzig zivilisierte Form.
Lasst ab von eurer Überheblichkeit, die einzige Lösung zu kennen.
Wieder einmal zu wissen, was das Beste für die Menschen ist, für die Menschen Europas – wie sie zu fühlen haben, was sie zu denken haben, wie sie sich auszudrücken haben. Das ähnelt erschreckend mehr der dunklen deutschen Vergangenheit, als uns allen lieb ist.

Ein Wort zum Schluss:

Wenn ich Opfer einer Gewalttat werde, dann bitte klagt für mich, sagt es laut, wie ungerecht es ist. Sagt das nicht nur für mich, macht das für meine Angehörigen. Lernt daraus. Sagt, das man aus dem Verlust was lernen wird. Zeigt ihnen, dass es hier nicht darum geht, die 91-jährige Tante zu betrauern, die nach einem langen und erfüllten Leben von uns ging – nein redet laut über das aus dem Moment gerissene Leben.

Habt so viel Pietät und erstarrt nicht im „Nichtstun“

 

 

 

 

 

Wenn ich ihre Meinung hören möchte, so sage ich ihnen welche…

Ein Glück wissen die richtigen Leute, was heute normal ist, wissen genau, wenn die Welt aus den Fugen gerät, können uns sagen, was geschmacklos ist und was halt zur normalen Entwicklung unserer Zeit gehört, was am besten für die Gesellschaft ist, für das Land und Europa.

So sehen sich unsere politischen „Eliten“ in Deutschland und werden oft beklatscht. Von „liberalen“, von selbstkompostierbaren Kohle- und Atomaussteigern begeistert empfangen und verteidigt und doch erinnert mich diese eher wenig bescheidene Selbsteinschätzung des Establishment an den Geschichtsunterricht mit der recht großzügigen Überschrift „Von der Demokratie zum 2. Weltkrieg“.

Zurückblickend auf die Finanzkrise in der nahen Vergangenheit bis hin zur gegenwärtigen Flüchtlingskrise weiß zum Glück der politisch engagierte und arbeitende deutsche Akademiker bescheid. Er weiß genau, was für den Kontinent und die Menschen weltweit am besten ist und erzürnt sich zurecht über Wahlausgänge, die doch ganz anders prognostiziert wurden. Systeme, die bei eigenem Vorankommen höchst berechtigt sind, müssen bei Niederlagen in Frage gestellt werden, denn das System kann nicht stimmen.
Wenn es korrekt gewesen wäre, dann hätte das Ergebnis ihren Vorstellungen entsprochen. Also versucht man das System zu untergraben, was mich auch wieder an Zeiten der Kanzlerwahl unter Hindenburg erinnert.

Während Sven-Torben, von seiner Mutter ermutigt, zum Tuschkasten greift und die Bundesländer Mecklenburg Vorpommern, Sachsen und Bayern im kindgerechten Atlas mit dem Naturhaarpinsel braun übermalt, regt man sich bei Bachblüten und Tee, eingewickelt in einem Schaal aus gewaltfreier Seide darüber auf, welch Unglück vom Ausgang der US-Wahlen ausgeht.

Trump wird uns Katastrophen bringen, heißt es, und doch versuche ich die Kriege zu zählen, die uns die „gemäßigten Politiker“ und Präsidenten der USA in den letzten 50 Jahren eingebracht haben – bitte vergessen wir die Stellvertreterkriege nicht, in denen keine direkte Beteiligung das US Militär nicht kämpfte.

Mag ich Trump? Keine Ahnung – aber mochte ich Bush – vorher und nachher nicht. Obama? Was hat er geändert?  Versteht einer den Konflikt in Syrien? Für mich wirkt das wie eine große Arena, in der sich alle Hooligans dieser Welt treffen, um sich gegenseitig die Jacke in Brand zu setzen.

Aber dennoch wissen erst recht deutsche Politiker bescheid. In ihrem großartigen Ratschluss wissen sie, dass das nicht normal ist, dass das nur Protest ist. Was? Der Brexit, die AFD und der Trump. Wir müssen die Ängste ernst nehmen, wir müssen den Leuten zuhören. Dennoch versucht die Politik ein versöhnliches Gespräch immer wieder mit einem repräsentativen „Pass mal auf“ zu beginnen, obgleich eigentlich jeder Achtklässler weiß, dass ergebnisorientierte Rhetorik so nicht funktioniert. Regelmäßig sehe und höre ich jedoch schnappatmend von hochgebildeten Politikern wie Claudia Roth und vielen anderen „Packsagern“ derart Eskalationsgebrüll.

Gesiegt hat er, der Trump, sagt man, weil er ein Ohr für „the forgotten one“ hat – und prompt hört man die Analyse im deutschen Fernsehen, was das denn für einer ist, „the forgotten one“ und klopfe mir gleichzeitig mit zwei Fingern an meine Carotis externa, um meinen Blutdruck rein homöopathisch in den Griff zu bekommen. Es ist der Mittelstand, der die USA groß gemacht hat. Der Mittelstand, der jetzt mittellos ist, raunt es über den Bildschirm und doch trotz meiner fehlenden akademischen Ausbildung glaube ich in meiner infantilen Naivität was ganz anderes: „the forgotten one“ ist der, der sich „forgotten“ fühlt, und gewonnen hat der Trump, weil ihr so einen Bullshit erzählt.

Frech dreist, frauenverachtend, rassistisch soll er sein der Trump. Doch der gemeine Amerikaner scheint zu glauben, dass es nicht das ist, was man als Trumps Alleinstellungsmerkmal bezeichnen kann. Der Amerikaner glaubt vielleicht, dass die Anderen genauso sind, doch halt viel verlogener.
Das trumpsche Phänomen liegt evntl. darin,  es für sich „einzuräumen“. Das wirkt erfrischend.

Nochmal? Wie viele Kriege haben uns die gelernten Berufspolitiker beschert?

Eine metakognitive Ordnung des eigenen Wertesystems würde unseren Anführern gut tun. Von Führungspersonal aller Bereiche erwartet man eine, wenn auch minimale, Grundbildung in Arbeitspsychologie und Kompetenz im Umgang mit Menschen, speziell auch Untergebenen. Woher haben unsere Politiker diese Kompetenz? Das eine Petra Hinz das nicht hatte erklärt sich aus dem Umstand, dass sie eh nicht studierte aber ich denke auch ein Jurist oder Physiker wird eher nur ein mittelmäßiger Jurist oder Physiker als ein guter Menschenversteher sein.

Und dennoch könnte man schon bei ein ganz wenig Interesse was über z.B. Ängste von Menschen lernen. Speziell, was aktuelle Ängste durch Arbeitslosgkeit, Kriminalität, Krankheit und Zuwanderung etc. angeht, ist das nicht wirklich kompliziert und ist daher für mich noch viel mehr Ausdruck mangelnden Interesses.
Angst ist die Emotion des Werteverlusts.
Jemandem der Angst hat zu sagen, er brauche keine haben, symbolisiert vielmehr ein beschränktes Verständnis von Angst und Psychologie, als ein ernsthaftes verstehen wollen der Ursache. Stets auf Ängste reagieren zu müssen gleicht eher dem Hinterherlaufen der Ursache. Ignoriert werden die entstehenden Faktoren. Es wird zu spät erklärt und viel zu spät reagiert, und Kämpfer für die Demokratie bedienen sich jener antidemokratischen, diskrimienirenden Methoden derer, die sie vorgeben zu bekämpfen -aber hey, es ist ja für ne gerechte Sache – mal schauen, wann man dann mal wieder Folter zur Verbrechensbekämpfung in Betracht zieht.

Die Menschen fressen den Brexit, den Trump und und und – aber den Mist gekocht, liebes Establishment, das habt ihr. Denn um irgendwas braun zu färben, dafür muss man mit rot mischen.

 

Die Pietätlosigkeit des Erstarrens

Trauer / Verbitterung / Hilflosigkeit /

Der gestrige Anschlag auf feiernde Menschen in Nizza stimmt mich mehr als traurig. Der Spiegel Online Journalist Hasnain Kazim hat meine Empfindung zumindest für mich recht zutreffend via Twitter formuliert : „Heute ist wieder so ein Tag, wo der Drang, mehr zu wissen, und der Wunsch, bei Verstand zu bleiben, gegeneinander arbeiten.“

Obgleich wir es eigentlich wussten, es hätten wissen sollen, wurden wir daran erinnert, dass es heute kein klassisches Terrorcamp mehr braucht, um Angst, Schrecken und Tod zu verbreiten. Es braucht keine wochenlange Planung und Vorbereitung. Es braucht keine dunklen Kanäle und es braucht auch nicht viel Geld, um illegal Waffen auf dem Schwarzmarkt zu erwerben.
Ein Führerschein, 50€ für die Ausleihe eines  LKW und ein Irrer reichen aus, um mehr Elend zu verbreiten, als es die meisten Sprengsätze verursachen können.

Die der Trauer folgende Verbitterung sorgte für die nächste stark emotionale Heimsuchung an diesem Tag. Die Reaktionen vieler Vertreter der Presse und Politik gleichen „dem Fehler in der Matrix“. Alles schon mal gehört und noch ne Schippe drauf. Das eigentliche Ereignis wird relativiert. Pressevertreter kritisieren aufs schärfste ihre eigene Zunft und äußern Empörung über gezeigtes Bildmaterial und die Berichterstattung.
Doch so sieht Terror aus! So sehen Menschen von innen aus! Das ist die nackte Gewalt, die pure Grausamkeit! Natürlich ist ein Standbild, eine Archivaufnahme, ein gedruckter Satz oder das vorgelesene Kommentar eines rhetorisch geschulten Beschönigers verdaulicher. Diese Art Nachrichten, die man aus dem noch laufenden Fernseher aus dem Wohnzimmer auch zum Abendessen vernehmen kann, ohne es eigentlich wahrzunehmen. Das sind die Nachrichten, die ich schon von Kindesbeinen an hören kann. Meldungen über die ETA, IRA, RAF, PLO, dem Irak/Iran Krieg, Balkankrieg, Libanon und und und .

Es hat nichts geändert.
So schön weit weg.

„Der Soldat James Ryan“ sorgte seinerzeit für Empörung, weil er Bilder zeigte, was Gewalt mit einem Körper, mit einem Menschen anrichtet, wie ein Schlachtfeld aussieht. Die Menschen schienen weniger darüber empört, dass es wirklich so ist, als dass man es ihnen servierte.
Bekannte Verhaltensmuster oder auch Vermeidungsstrategien, die es als erstes in der Psychotherapie aufzulösen, und vor allem zu benennen, gilt.
Man muss das Problem und die Tragweite erkennen, bevor man mit dem Wunsch es zu lösen an die Arbeit gehen kann.
Doch am liebsten ist es uns, den bösen Brief nicht aufzumachen, erst recht nicht, wenn es eine Rechnung ist. Wir legen alles in die größte Schublade, am besten ganz nach unten, unter die Anleitung für das IPhone.

In diesem Moment brauchen wir ihn. „Peter Zwegat“, und der kommt daher in der Gestalt der überwältigten Politik, der überwältigten Regierung, unserer obersten Executive.
„Tief bestürzt“, „wir trauern“, „das Entsetzen ist schwer in Worte zu fassen“, „Unsere Gedanken sind bei den Opfern“, „PrayforNice“, sind die Schlagzeilen aus Kreisen der Anführer.

Im n-tv Interview warnt der FDP Vorsitzende Christian Lindner. Er hält es für pietätlos mit symbolhaften Forderungen zu arbeiten und empfiehlt erst mal eine gemeinsame Phase der Besinnung und Trauer.

Stellen sie sich vor, sie haben einen Unfall oder sie müssen schnell operiert werden. Sie brauchen Hilfe und eine Lösung.
Doch das ausführende Organ, „die mit dem Plan“, der Arzt, der Sanitäter, überrascht von ihrer Verletzung, beide völlig überwältigt von der Situation.
Das ist nicht das, was sie erwarten, das verurteilt sie zur Hilflosigkeit.
Ich erwarte nicht nur, sondern ich verlange, dass man darauf vorbereitet ist.
Wenn man über die Möglichkeiten des Terrors wirklich überrascht ist, jetzt in unserer Zeit, der letzten Anschläge wissend, und nicht nur so tut, dann macht mir das noch viel mehr Angst.

Pietätlos ist nur das Erstarren.
Die Phase der Besinnung und/oder der Trauer, die braucht es sicher.
Wenn man verloren oder aufgegeben hat. Oder nach dem Eingriff, um inhaltlich beim vorherigen Absatz zu bleiben.

Die stetig steigende Zahl der Anschläge und die darauf folgende „Besinnung“ gleicht einem dauerhaften klösterlichen Rückzug, denn bevor man sich berappelt bittet der nächste Attentäter zur „Phase“.

Ich erwarte von meinen Anführern, dass sie einen Plan haben den sie benennen können, nicht ein narrativ entschlossenes Vorgehen. Gefährder identifizieren und unter Überwachung stellen ist der Versuch sich mit Judoregeln gegen einen angetrunkenen Straßenkeiler zu stellen und lässt den Mangel an der Wahrnehmung des Gegners vermuten. Bei diesem stoisch-abstrakten  „Wir müssen was tun“ sollte man über die Errichtung einer fachärztlichen Ausbildung zum Blabla-ulogen nachdenken.

Er, Herr Lindner, hat recht wenn er sagt, die Terroristen wollen, dass wir unser Leben verändern, dass wir Angst haben. Wie jedoch stellt er sich seine Forderung vor, dem nicht nachzugeben, um dem Terror nicht den Sieg zu lassen? Der Terror selber kann nicht verlieren, er gewinnt immer und wer das noch nicht verstanden hat glaubt immer noch, dass kriegerische Konflikte wie zu Zeiten des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges in der Lineartaktik, in der Feind gegenüber Feind steht und man in geschlossenen Reihen aufeinander ballert, geführt werden.
Der eigene Tod des Terroristen ist nicht nur einkalkuliert, er ist geplant, daher verliert er nicht, er nimmt nur mehr oder weniger mit.

In seinen weiteren Erklärungen weist er darauf hin, dass es auch Zweck des Terrors ist uns zu radikalisieren und zu destabilisieren, und diesem dürfen wir in keinem Fall erliegen. Dem Reflex auf keinem Fall dem rechten Rand in die Hände spielen zu wollen kann auch er sich nicht entziehen und warnt vor pauschaler Kritik am Islam. Die Gefahr der Reaktanz ist offenbar immer noch nicht verstanden worden, mit Relativierung und mit „ja aber“ füttert man eher die rechtsextreme Szene.

Merkels Stellungnahme auf N24 unter Verwendung oft genannter Textbausteine, abgelesen von einem mittlerweile wahrscheinlich stark abgegrabbelten Zettel, sprach mir wenig Mut zu.
Ihr Gesichtsausdruck stand auch in großem Wiederspruch zum Gesagten, ich denke sie glaubt sich schon selber nicht mehr. Nach diesem nur wenige Sekunden langen „Au weia“ war es einfach nur noch leer.
In meinem inneren Auge sah ich mich in Richtung der Kabine eines Fußballplatzes gehen, mit tief gesenkten Schultern.
Nachdem wir 0:12 verloren haben.
Zuhause.
Gegen eine unerfahrene Mannschaft.
Die nur mit 5 Mann angetreten ist.

Ich fühle mich traurig, verbittert und hilflos – miese Gefühle für jeden, als Vater fühlt sich das  noch mieser an.

 

 

Warum der „Brexit“ auch was Gutes hat – mehr als nur eine Entscheidung

Während des letzten Besuches eines Buchladens stand ich nun wieder vor dem Regal meiner Lieblingsautoren und stellte mir die stets ungeliebte Frage – welches Buch nehme ich? Eine quälende Frage auf der Suche nach der richtigen Wahl und der damit einher gehenden größten Unterhaltung und dem größten Nutzen.

Eine Entscheidung getroffen, den erworbenen neuen Schatz mit nach Hause genommen, auf einen spannenden Moment im Kopf des Schriftstellers und der Figuren hoffend, wurde ich jedoch schnell enttäuscht. Enttäuscht aufgrund meiner falschen Erwartung, enttäuscht von meiner Entscheidung für das vermeintlich „falsche“ Buch.

Währenddessen:
Das Referendum zum „Brexit“ wurde ausgezählt, eine Entscheidung ist gefallen, die Bürger des noch Vereinigten Königreichs haben gewählt, der Moment der großen Analysen und die Zeit der Kristallkügler ist gekommen. Das Unmögliche ist wahr geworden. Die Briten wollen raus. Nicht alle, das ist klar und allein das scheint schon viele zu überraschen. Wahlergebnisse von 98% für die eine oder andere, nein eher für die eine oder die eine Seite, die gab es in der DDR.

Wer ist schuld an diesem Ergebnis? „Wir nicht“ erschallt es reflexartig aus den Palästen in Brüssel, sie haben ja mit den Alleingängen deutscher Politik und deren Folgen zur Flüchtlingsfrage nichts zu tun, und das, so wirft man vor, war ein zentrales Thema und das entzündende Flämmchen für den Austrittswunsch- und willen.

„Ein Königreich, welches fast die halbe Welt erobert hatte, will aus der EU, weil sie mit Immigration nichts zu tun haben will“

Ein oft geteilter Slogan in den Netzwerken. Wer die Vielfalt der Einwohner Großbritanniens nur ansatzweise kennt, kann hier nur mit dem Kopf schütteln. Einwohner der Länder, die einst zum Commonwealth gehörten, haben bis heute noch das uneingeschränkte Recht auf die Insel zu kommen und auch dort zu bleiben. Da die Briten „die halbe Welt erobert“ haben, so gilt dass dann wohl auch für die halbe Welt. Diese Regelung hatte und hat nichts mit einer Mitgliedschaft in der EU zu tun.

„Populismus beschreibt die einfache Antwort auf eine komplexe Frage- und Problemstellung.“

Den Grund haben wir gefunden, aber wer hat sich nach diesem gerichtet? Und was tun wir dagegen? Dezidiert wird diese Frage beantwortet: Es sind die Alten. Eine Mehrheit für den Brexit kam erst durch die Ü 45er zustande, je älter der Wähler oder die Wählerin, umso höher der Anteil der Leaver.

Das scheint für viele Anlass zu sein, über das Wahlrecht im Allgemeinen nachzudenken.

Sollten die Alten noch in Fragen der Zukunft mitbestimmen dürfen? – Ja vielleicht, aber dann evtl. nur noch zum Anteil ihrer zu erwartenden Restlebenszeit. Abgesehen von der Perversion einem Menschen sein Recht auf Mitbestimmung proportional zur erbrachten Leistung gegenüber der Gesellschaft zu entziehen, ist es doch auch einfach nur rotzfrech von den „Alten“ zu sprechen und alles Ü45 zu meinen. In den Diskussionen zum Thema findet man zu meinem Entsetzen kein Entsetzen über diesen abstoßenden Vorschlag, aber es wird darüber diskutiert, wie man die Restlebenszeit definieren könnte, und das man sich bei diesem Ergebnis des Referendums die Frage durchaus stellen darf. Raucher ? Übergewicht ?

Frau Von der Leyen tritt kräftig in die selbe Populismuspedale. Jedoch das die Jungen bis zum und am Wahltag vergangenen Donnerstag offensichtlich kein großes Interesse an ihrer Zukunft hatten, beschreibt sich durch die geringe Wahlbeteiligung in dieser Altersklasse.

Auch in den sozialen Schichten wurde gewühlt, wer denn dem Brexit am nächsten war, und ja, es sind nicht nur die „Alten“, es sind die „Alten und Dummen“, denn dumm ist schon der, der zur unteren Mittelklasse gehört.

Dushan Wegner kommentierte diese Methode noch mit dem kleinen Anstoß, dass auch der Anteil der Behinderten größer bei den Brexitianern als bei den Liebhabern des Cluburlaubs ist. Auch wenn die Schamgrenze schon fast am Boden ist, traut sich dann doch keiner in dieses Kellergewölbe des schlechten Geschmacks.

Das aber auch 38% der 25jährigen und 43% der Eliten für den Brexit stimmten, wird unterschlagen und passt ja auch nicht ins Populisten Bild.

Als Vater einer 19jährigen, Geschichte studierenden, Tochter (Achtung: zukünftige Elite), diskutierten wir das im kleinen Kreis. Schnell zu einem Ergebnis ihrerseits findend, schüttelt sie nur mit dem Kopf, mit der Erkenntnis lebend, als junger Mensch, der außer im familiären Rahmen, gesellschaftlich noch nichts erbracht hat eher das Gefühl empfindet, eben nicht in der Lage zu sein, wichtige Entscheidungen nachhaltig treffen zu können.

Das soll keine, (die gleichen Argumente verwendende) Forderung sein, jungen Menschen das Wählen zu versagen, aber die altruistische Grundeinstellung macht mich als Vater stolz.

Wo ist hier das Postulat der Philanthropen? Deutliche Grenzen wurden überschritten .

Welche Vorschläge und Ideen kommen als nächstes, welche geheimen Wünsche haben denn die Nachwachsenden?

Sozial verträgliches Ableben mit 67 Jahren? Das würde dann auch die Rentenfrage lösen! Teilnahme am Euthanasieprogramm für gesellschaftlich nutzlose und zukunftsgefährdende alte Säcke und Säckinnen gegen Prämienzahlung an die Stiftung zum Bau von Froschtunnel?

Ein neues Referendum wird gefordert, 3 Mio haben hierzu schon eine Petition unterschrieben. Recht wenig, wenn denn doch bald 18 Mio gegen den Brexit stimmten. Nochmal abstimmen, so lange bis das Ergebnis passt? Neben der geistigen Gesundheit spreche ich jedem, der ein neues Referendum ernsthaft als Lösung in Erwägung zieht, den Demokratie- und Freiheitssinn ab. Mehr mit dem Feuer spielen geht nicht. Hierdurch zeigt man auch dem dümmsten Alten, dass der Todesstern in Brüssel die Demokratie vernichtet hat und das Imperium ausgerufen wurde.

Die alten Größen des Kommunismus würden kotzen vor Glück, wenn sie solche Rufe hören könnten, aber auch die alten Faschisten hätten feuchte Augen.

Getroffene Aussagen wie diese stehen den populistischen Äußerungen und der Einfältigkeit auf der Suche nach Ursache und Wirkung den „Parteien des Pöbels“ in nichts nach. Vorgeworfene Methoden werden gedankenlos übernommen.

Vor dem Hintergrund der Gleichmeierei, dem Wunsch als Wächter der Zivilisation anderen ihre Sichtweise aufzudrängen, wird separiert wie selten zuvor in der neuen Geschichte.

Aber auch ohne diesen Selbstmordakt hat der Begriff Europäische Union mittlerweile so viel mit Einigkeit zu tun, wie die DDR mit Demokratie. Herr Augstein, der das „Oxi“ der Griechen zum EU Austritt noch als einen klaren demokratischen Entschluss bewertete, in dem er diesem Votum auch Respekt aussprach, empfindet das Brexit Referendum als großen Mist, da die Demokratie komplizierter ist, als ein einfaches Ja oder Nein, oder weil ihm das Ergebnis nicht passt.

Auch ohne jetzt näher darauf einzugehen weshalb meiner Ansicht nach die Briten so abgestimmt haben, wie sie es eben nun gemacht haben, komme ich auf einen vorherigen Absatz zurück

„Wer ist schuld an diesem Ergebnis? „Wir nicht“, das ist EU einhellige Meinung. Die EU hat nichts unternommen, um ihre Vorzüge zu bewerben. Auf die Frage, warum man in der EU bleiben sollte, folgte ein genervtes „Weil es für uns alle besser ist“. Einem europäischen Volk, welches immer mehr darauf getrimmt wird Eigenverantwortung zu übernehmen, sei es bei Gesundheit oder Altersvorsorge, für eine Gemeinschaft mit drohender Altersarmut und Jugendarbeitslosigkeit, sollte diese Antwort nicht reichen. Absurde Argumente, wie Reisefreiheit, Roaminggebühren oder vor Dummheit strotzende Aussagen, jetzt in GB wieder Geld tauschen zu müssen, wenn das die Remainer sind, dann sollten wir unsere Eliten neu definieren.

Das Leid durch die kleinlich und schwachsinnigen Beschlüsse der EU Kommissionen ist für den Normalbürger durchaus spürbar und lässt mich dankbar sein, dass die Verantwortlichen nicht zufällig auch Piloten sind. Die wirklich großen internationalen Entscheidungen, Flüchtlingsverteilung, Gesundheitsschutz, die bekommen die Damen und Herren nicht hin, und hier könnten sie ihre Kernkompetenz zeigen, wenn ich doch eine erkennen würde.

Wie groß die Überschätzung der Führer dieser Nationen ist, das „Gerhard Schröder Syndrom“, hat Mr. Cameron wieder deutlich gemacht. Wie der Ex Kanzler sich seiner Sache zu Neuwahlen sicher war, so hatte Premier Cameron auch ein anderes Ergebnis erwartet und muss erkennen, dass die eigenen metakognitiven Fähigkeiten rudimentär sind

Er untermauert hierdurch noch den Eindruck vom Eindruck. Martin Schulz, EU Parlamentspräsident und Jean Claude Juncker, EU Kommissionspräsident scheinen vom selben Virus befallen, wenn man sich ihre trotzigen Aussagen zum Brexit anhört, aber auch die Bemerkung von Frau Merkel, der Frieden in Europa sei keine Selbstverständlichkeit, genannt im Zusammenhang mit der EU Austrittserklärung, toppt noch De Maizieres „wenn sie wüssten“. Panik und Angst wird in der Art verbreitet, dass sich ausländische Terroristen schon bei Jobbörsen nach neuen Tätigkeiten umschauen.

Aber zurück zum Anfang, zum Kauf des Buches und zur Analogie zum Referendum Ja es war das falsche Buch, und es hat mich Geld gekostet, ja ich habe es bereut dieses und nicht das andere Buch gekauft zu haben. ABER immer wieder werde ich diesen süßen Schmerz der Unentschlossenheit und der Qual der Wahl geniessen, und die Tatsache, das mir niemand eine Pflichtlektüre in die Hand drückt, denn wer die Wahl hat, genießt auch Freiheit und lernt für sein Handeln auch Verantwortung zu übernehmen.

Wichtig ist und war, dass die Briten gewählt haben, und mit Demut aber auch mit Stolz werden sie die Folgen tragen, das gilt es zu respektieren.

 

In eigener Sache:

Auch wenn das letzte Kölner Forum für Journalismuskritik herausgefunden hat, dass nicht hinter jedem WordPress Blog ein Journalist steckt, daher dieser Blog auch kein Medium darstellt, wage ich es einfach mal weiterhin „Bürgerzubloggen“ – Für Martin Schulz z.Zt. EU Parlamentsspräsident hat ja die Buchhändlerlehre auch gereicht.

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Kommunikationsatheisten

Die infantile Art des Dialogs, die Verwechslung von gesichertem Wissen mit Meinung.

Auch wenn einem schon viele Argumente durch den Kopf schwirren über das, was man ausdrücken und schreiben möchte, legt sich mir beim Anblick des weißen Bildschirms eine schwere Decke auf die einzelnen Typen der Tatstatur. Die Frage nach dem : wie fange ich an. Der Beginn eines Artikels, das Sortieren der Gedanken war schon immer eine kleine Herausforderung, aber das Spüren dieses Nebels, dieser Barriere scheint schwerer denn je.

Wünschenswert ist es, so viele Menschen wie möglich zu erreichen und auch von denen, die man erreicht, so viele wie möglich dahin gehend zu motivieren, den ganzen Text zu lesen. Jedoch wenn es um mehr geht als um Tipps und Tricks für den Haushalt, wenn es um soziologische oder politische Bereiche geht, scheint mir die Republik in drei Lager gespalten. Links, Rechts und die drei doofen Affen. Das erschwert die weitreichende Weckung des Interesses. Schon mit dem ersten „falschen“ Satz erreicht man nur noch ein Drittel der „Gemeinde“, die drei doofen Affen sind eh schon vor der Ouvertüre aus dem Rennen. Das andere Drittel leckt gerade den Stempel an, Platz in der Schublade wurde gemacht, und wenn wirklich noch bis zum dritten Satz gelesen wird, bist du schon der Feind. Dahin ist die Zeit der Unkenntlichkeit, die Momente in denen man stundenlang über Gott und die Welt diskutieren konnte.

Die Verwendung des Begriffs Atheismus, also die Überzeugung das es keinen Gott gibt, im Kontext Kommunikation ist bewusst gewählt. Die Fähigkeit zur verbalen Auseinandersetzung, zum beschließen von Kompromissen und dem mitteilen von Gefühlen, neben Mimik und Gestik, ersetzte in vielen Fällen die Notwendigkeit Ansichten und Ansprüche mit dem Knüppel zu verbreiten. Kommunikation hat was göttliches, und wie in vielen Belangen der „Religion“, entwickeln sich auch hier augenscheinlich Gruppierungen von Fanatikern und Extremisten. Wie in religiösen Anleitungen der extremen Art, in der es meist nur schwarz und weiß gibt, verschließt man sich  vor der Tatsache, dass Kommunikation was fließendes ist und nicht nur sein kann, eine Interaktion – nicht mit Gott, sondern mit einem seiner Geschöpfe, wie viele glauben wollen; oder zu wissen meinen ? –

Für die einen Meinung, für die anderen Wissen. Politik und Religion, beide Themen hatten schon immer das einzigartige Potential zu grenzenlosen und ausschweifenden Diskussionen. Emotionale Beweggründe stehen  hinter Argumenten, man erlebt hierzu auch hitzig geführte Debatten, denn emotionale Themen tun sich schwer mit kognitiven Lernzielen. Sicher sollten Grundregeln das „Event“ Debatte rahmen, aber das ist und kann kein starres Gerüst sein, sondern eine ständig seine Form verändernde Blase, ähnlich der ach so kitschigen Lavalampe.

Provokant darf eine These, eine Fragestellung auf jeden Fall sein, selbst absurde Ansichten sollen ihren Platz bekommen, denn es liegt immer noch an mir zu entscheiden, ob es inhaltlich den Wert hat in eine Debatte einzusteigen.

Verändert hat sich  jedoch der Anspruch des Einzelnen, das alles, was nicht zur eigenen Weltanschauung passt, vermeintlich beleidigenden Charakter hat. Es wird nicht  diskutiert, es wird nur noch kritisiert, kommentiert und immer öfter auch denunziert. Es wird nur zugehört oder gelesen um zu antworten und nicht, um zu verstehen. Alles was einem nicht passt wird nicht nur in Frage gestellt, was absolut legitim wäre, nein es wird versucht zu unterdrücken gerne mit den doch so verhassten populistischen Mitteln. Bei vielen Kommentaren muss ich nochmal genau hinschauen, wer das gesagt oder geschrieben hat, um zu wissen, ob es von rechts oder links kommt, denn ein Unterschied ist oft nicht mehr deutlich. „Rechts ist wie Links, nur auf der anderen Seite“ gilt da leider nicht nur für den Fußballplatz, denn die populistischen Instrumente der verschiedenen politischen Richtungen sind sehr oft die gleichen. Gerne amüsiere ich mich z.B. über Hr. Stegner von der SPD auf Twitter, der Stil seiner Kommentare erinnert mich immer an meine Kindheit. Aber soll er! Warum nicht ?

Eine wirklich billige, ach was, die billigste Art der Diskussionsführung ist das rauskramen von „Schwächen“ – da wird gerne die Rechtschreibprüfung übernommen jedoch inhaltlich alles ignoriert, der Schreiberling wird lächerlich gemacht. Ich frage mich immer wie das zielgerichtet sein kann. Wie will ich jemanden argumentativ einfangen, wenn ich im kindergärtlichen Klugscheißermodus agiere. Natürlich, irgendwie haben wir das alle schon mal gemacht, aber welches Ergebnis zu erwarten war, das war klar. Genauso klar wie polarisierend und das dann nichts mehr geht, wen wundert`s. Es gibt da keine Ziele.

Kritische Diskussionen sind wichtig, aber wer hört schon gerne Kritik. Kritik braucht nicht nur eine Kompetenz im Aushalten, die passive Kritikfähigkeit, sondern auch im Aussprechen, der aktiven Kritikfähigkeit. Kritik wird unterschieden von:

  • Skepsis, die niemals vergisst, dass auch sie selbst irren kann
  • Verriss,  Schmähkritik, die nicht auf eine Verbesserung abzielt, sondern auf  Vernichtung
  • Schmähkritik, nicht mit Argumenten geführt  die auf Verächtlichmachung einer kritisierten Person abzielt
  • Tadel und Schelte, missbilligenden Beurteilungen, Erziehungsmittel
  • Rüge, einer missbilligenden Beurteilung
  • Krittelei, kleinliches Kritisieren  Tendenz zum NörgelnÜberprüfen sie sich selber, wie oft sie mit ihrer Art der Kritik einer vernünftigen Diskussion eigentlich im Wege stehen.

Aus der psychologischen Perspektive weiß auch der Kritisierende, das seine Kritik selten gern gehört ist. Die Kritikkompetenz ist eine erlernte Fähigkeit. Sie zielt darauf ab, die erhaltene Kritik nicht als Angriff gegen die eigene Person zu verstehen, sondern als nützlichen Hinweis und Kritik so zu üben, dass sie, anstatt zu kränken, doch eher als motivierend aufgenommen wird. Wenn wir über den fairen Ansatz von Kritik sprechen, so kommt doch dann eher die Skepsis in Frage. Aber wie bei allem Gelernten : don’t use it you lose it.

Überprüfen sie sich selber, wie oft sie mit ihrer Art der Kritik einer vernünftigen Diskussion eigentlich im Wege stehen.

Eine Frage ist keine Kritik.

Dushan Wegner , Texter und Autor mit dem Spezialgebiet der politischen Sprache, bringt es oft auf den Punkt. Kommentare als auch Artikel zeugen von Verstand und dem notwendigen Herz für die gewählten Themen. Offen für alle Themen und seinem Magister in Philosophie entsprechend, stellt er viel in Frage und beleuchtet daher aus verschiedenen Richtungen.

Wer Fragen stellt wie :“Wer ist übler? Der kalkulierende Provokant oder der dankbare Provozierte“ in Anlehnung an Gauland vs. Boateng, wird gerne klassifiziert, obgleich er doch nur eine Frage stellte.  Nach genau dem gerade genannten Schema wird Herr Wegner politisch „ganz klar“ eingeordnet, dann beschimpft man ihn noch, aber – jetzt kommt der Funken Hoffnung – es hat doch was harmonisches, die Einigkeit über differente Ansichten. wenn man sie sieht.

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Den „umstrittenen“ Artikel können sie hier lesen

Es sei hier noch erwähnt, das Jerome Boateng für mein Verständnis hervorragend reagiert hat und Sami Khedira bringt es auf den Punkt. Es geht um gemeinsame Werte und lass doch den Gauland quatschen. …“man muss nicht alles kommentieren“, Herr Grindel, der amtierende DFB Präsident, „[…]Wir lassen nicht zu, dass auf dem Rücken eines unserer Spieler Politik gemacht wird[…]“, verunstaltet mit seiner politisch verstopften Art ein wenig den eigentlich schönen und kurzen Bericht von N24 – denn natürlich wird mit den Spielern Politik gemacht – gerade hinsichtlich Migrationshintergrund, den unterschiedlichen Kulturen aber eben den gemeinsamen Werten und Zielen als das wirklich Wichtige. Und das ist auch gut so!

Auch ein herzliches „Du bist ein Idiot“ als Reaktion auf ein durch mich vorgebrachtes Argument erzürnt mich eher selten, justiziabel wär es für mich noch lange nicht. Amüsiert meine ich aber zu beobachten das gerade die, die lauthals gegen Hatespeech sowie der „Verwechslung“ von Meinung und Beleidigung protestieren, stets schärfere Gesetze fordern, auch jene sind, die sich mit dem Glauben die Gerechtigkeit auf ihrer Seite zu haben, in Wort und Text vergreifen. Für mein Empfinden höre ich das immer mehr und mehr auf dem linken Ohr.

Das Phänomen Internet, was längst keines mehr ist, lässt hier aber absurde Ausflüge zu, die Art Exkurse, die man im gelebten Leben so nicht machen würde.

Würden sie als Schalke Fan während eines Bundesligaspiels gegen den BVB in eine BVB Kneipe gehen? Na klar, warum nicht. Muss ich davon ausgehen, dass ich abwertende Kommentare gegen S04 höre ? Muss ich damit rechnen, dass ich rausfliege, wenn ich unentwegt „BVB ist scheiße“ skandiere? Zweimal : JA Verstanden ? Noch nicht ? Ok ! Gehen Sie auf eine Weinmesse als Biertrinker und rufen in den Saal „Wein ist scheiße“? Nein? Ich auch nicht aber genau das kann man in den Social Networks, die in vielen Fällen schon das echte Leben ersetzt haben, beobachten. Menschen mit klarer politischer Gesinnung, ob rechts oder links, treiben sich auf den Foren der anderen rum und starten ihre Reflexempörung – und da nimmt sich keine Seite was. Da wird auch auf 4 Zoll gesucht was das Zeug hält, ob nicht jemand eine Beleidigung ausgestoßen hat oder ob das ein Hasskommentar sein könnte . So genau weiß man das vielleicht nicht, aber vorsichtshalber bringen wir das zur Anzeige.

Szenenwechsel : Jetzt stellen sie sich den Schalke Fan vor, wie er auf der Polizeiwache auf dem Schoß des Polizisten hockt und Anzeige erstatten will, weil er rausgeflogen ist aus der Kaschemme und „die“ ihn „Scheiß Schalker“ genannt haben. Jetzt könnte man spekulieren, ob er eher eine Standpauke wegen groben Unfugs bekommen sollte oder ob der Bundesjustizminister ein neues Gesetz vorschlägt, welches das Verhalten gegenüber vereinsfremder Kneipentouristen im gegnerischen Lager regelt.

Manuel Barth

Eindrücke & Blickwinkel

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Wir alle stehen an diesem Morgen auf. Wie jeden Morgen. Keiner weis, dass er dem Anderen heute noch begegnen wird und doch hat jeder seine Rolle.

Am Vormittag, ein sonniger Tag, der wärmste Tag der Woche, ist es dann soweit, eine Aneinanderreihung von Widrigkeiten und Zufällen – jeder kennt die eigenen Vorwürfe an sich selbst : Hätt ich doch noch beim Becker angehalten, oder doch nicht noch die eine Zigarette mit dem Kollegen geraucht, dann hätte dieses Zusammentreffen niemals stattgefunden.

Ein toter junger Mann, ein LKW Fahrer, Zeugen, Polizei und der Rettungsdienst. Schnell ist klar, dass für den Radfahrer jede Hilfe zu spät kommt.
Man sieht das hektische Treiben der weiterhin Beteiligten.
Man möchte was unternehmen.
Man hört es hier und dort weinen, man sieht zittrige Hände und blasse Gesichter – und doch, das Ergebnis steht unwiderruflich fest.

Die Einsatzkräfte sind bemüht den Ort des Geschehens abzuschirmen, die ersten Gaffer sind in „Hab Acht“ und checken den „Set“ – es wird wohl nicht mehr lange dauern und wir werden erleben, wie Drohnen in den Himmel steigen. Gaffer – die Pickel am Arsch der Pietät.

Nun gilt es sich um die Lebenden zu kümmern – diese primär mental aufzufangen. Der Tod ist ein Problem der Lebenden, und wenn er, der Tot, vom „Himmel fällt“ kann man das fast schon hören, dass es einen an die Geräusche einer legendären Bud Spencer Klopperei erinnert.

Ein Streßsyndrom – oder auch der „Schock“ wie er im Volksmund genannt wird, kann sich leicht zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) entwickeln. Eine normale Reaktion auf eine nicht normale Situation – kann sich kunterbunt darstellen. (PTBS-Hilfe) und ist vielfältig. Die Folgen sind oft Vermeidungsverhalten, Schuldgefühle, Rückzug. Unser Denken, unsere Psyche ist ein gerissener Bauernfänger und früh, schon sehr früh versucht man durch Vermeidung schlauer zu sein als der Trickbetrüger.

So wie einst Captain James Tiberius Kirk aus dem „Kobayashi Maru Test“ als Sieger hervorging, in dem er das System beschiss das die Warp Gondeln wackelten, so versuchen wir genau das mit unserer „Birne“, und Jim Kirk würde vor Respekt den Hut ziehen, über was sich dann alles so in einer Situation unterhalten wird.

Für einen Moment glaubt man fast, dass die Erde für ein paar Sekunden still steht. Kein Verkehrslärm – die Umgebung ist weiträumig abgesperrt, alle Einsatzfahrzeuge haben die Motoren abgestellt, die Vögel zwitschern als ob es sie alles nichts angeht – ist ihnen sogar scheißegal.
Nur der Besoffene, der mit einem Polizisten streitet, weil er durch die Absperrung will, stört den Moment.
Aber nicht lange, dann hört man wie zwei Häuser weiter vermutlich jemand sein Parkett schleift, ein Getränkewagen an der Kneipe Sprit ablädt – und sicher ruft auch gerade jemand die Feuerwehr, weil er Heiser ist, ne Taxe sparen will oder zu faul ist, zum Hausarzt zu gehen.

Ich bediene mich mal in starker Abwandlung der Worte Ernst Reuters: An alle Zuvielwoller und Alleswisser: Schaut auf diesen Platz und erkennt das ihr mit euern scheiß Wehwehchen nicht die Feuerwehr braucht!

Als Einsatzkraft hat man oft mit dem Tot zu tun – erst recht in einer großen Stadt wie Berlin, Doch immer wieder ist es was „besonderes“, wenn es einen jüngeren Menschen so plötzlich trifft und der Umstand dann auch noch so ist, dass er nachhaltig das Leben anderer beeinflusst.

Man glaubt zwar, dass man „Cohones“ hat wie ein bolivianischer Waldesel und die ganze Angelegenheit nach Abschluss zu den Akten legt, doch wenn am Tag nach der Schicht die eigene Tochter fragt, ob sie mit dem Fahrrad zum Imbiss fahren kann, dann weis man genau : Am Arsch !

Manuel Barth

 

Der psychologische Vertrag

    Basics

In den vergangenen Jahren durfte ich bereits einige Modelle des Zusammenarbeitens – initiiert durch Arbeitgeber aber auch durch Kollegen beeinflusst mal mehr mal weniger genießen. Der Blickwinkel ändert sich mit jeder Erfahrung oder auch mit jedem Jahr des älter werdens. Mit Sicherheit, das wage ich zu behaupten, ändern sich die Aufgaben von Zeit zu Zeit, nicht zwingend durch Beförderung und oder Wechseln der Stelle, sondern durch die Zeit der Zugehörigkeit, durch die Position in der Gruppe, durch Erfahrungen beruflicher oder privater Natur.

Einstellung

Ich bin ein großer Freund der Hierarchie.

Am Arbeitsplatz haben einige Kollegen schon einiges Versucht – der Versuch narzisstische Persönlichkeitsstörungen auszuleben aber auch eine durchweg ablehnende Haltung gegenüber alles und allem – einer anarchischen Grundhaltung. Beide Richtungen sind einfach nur falsch – ein Selbstverwirklicher auf dem Rücken anderer, nicht mehr in der Lage, das Ganze zu erkennen, die Anarchie, aus der stets der Stärkste hervorsticht und die Regeln der anderen diktiert.

Ich halte den Weg, der Weg, den auch eine große Familie geht, den Weg der Hierarchie, der kommunikativen Hierarchie für den einzig vernünftigen.

Als Vorgesetzter, auch spielt Zugehörigkeit und Persönlichkeit eine große Rolle, habe ich eine Erwartungshaltung gegenüber eines Untergebenen.

Da ich unter anderem die Betreuung von Praktikanten übernehmen durfte, komme ich oft in die Gelegenheit diese für mich wichtige Form des Miteinanders zu erklären, dies einfach aber eindrucksvoll mit Beispielen, die Positionen und Aufgaben in einer Gruppe wiedergeben: Hierarchie verstehe ich jedoch nicht als Einbahnstraße, und auch das versuche ich weiterzugeben. Ich erwarte und ich gebe die schützende Hand, erwarte von meinem Vorgesetzten, dass er sich bei Problemen für mich einsetzt, dass er sich ggf. vor mich stellt, dass auch er den Dienstweg für mich sicherstellt, dass er meine Form erkennt und nicht nur beurteilt und sonst meint keine Verantwortung für mich zu tragen. Nicht im Sinne der Fürsorgepflicht, wie sie oft im Rahmen einer Maßregelung angewandt wird, so ist der Eindruck bei vielen Kollegen entstanden, sondern im Sinne seiner eigenen und auch allgemeingültiger Werte in Relation zu dem, was uns umgibt hinsichtlich erschwerender Bedingungen und besonderer Belastungen.

Problem

Aber was bedeutet eigentlich Verantwortung, was bedeutet das für mich?

In jedem Fall setzt übertragene Verantwortung die Annahme einer Handlungsfreiheit und eines wirksamen Einflusses des Handelnden auf das Ergebnis voraus. Indem Verantwortung Rechtfertigung herausfordert, ist sie an das Vorbringen von Begründungen und die Vernunft der Beteiligten gebunden.

Gelebte Maßnahmen der Verantwortung sind mehr ein kann und ein soll als ein muss.

An einem kleinen Beispiel kann man sehen, wie heute Verantwortung praktiziert wird Sonnenfinsternis: Kinder werden in verdunkelte Klassenzimmer gesperrt in Angst, sie könnten in die Sonne schauen, Notstromgeneratoren erhalten mehr Aufmerksamkeit denn je.

Dies ist keine Verantwortung sondern kollektive Feigheit, die sich des Begriffs Verantwortung parasitär bedient – in der Hoffnung nicht näher erklärt werden zu müssen. Verantwortung kann bedeuten Gefahren zu erkennen aber auch das Erkennen einer Chance und diese Erkenntnisse weiter zu geben, Kompetenz zu lehren und dieser zu vertrauen. Doch scheinbar ist die Angst groß vor Beschwerden, Klagen und Rügen – die Angst im allgemeinen ist groß.

Wenn übertragene Verantwortung die Annahme einer Handlungsfreiheit voraussetzt, was passiert dann, wenn ich Handlungsfreiheit zu sehr einschränke, oder gar entziehe oder die Handlungsnorm derart eng stricke, das es eigentlich keinen Handlungsspielraum, die Handlungsfreiheit gibt.

Die dreistellige Verantwortungsrelation macht das Dilemma klar. Als Verantwortungsträger treffe ich für eine Personengruppe Sorge, bin dabei der Norm (dem Regelersteller) Rechenschaft schuldig aber auch den Sorgezutragenden gegenüber.

„Verantwortung“ von Lutz Hartmann

„Verantwortung“ von Lutz Hartmann

Eine Möglichkeit ist sprichwörtlich, egal was man macht, man macht es falsch – wenn die Norm nicht mit dem günstigsten Handlungsergebnis abgestimmt ist.

Der Umkehrschluss, der meines Erachtens durchaus Zulassung findet, lässt sich leicht konstruieren. Hierzu eine Möglichkeit aus dem Rettungsdienst – das Auffinden eines Patienten wird regelkonform abgearbeitet, es wird gemessen was das Zeug hält, es wird nichts konkretes festgestellt, alles nach den neuesten Regeln A-D erfasst, eine kleine Verletzung, nicht näher von Bedeutung wird versorgt, der Transport wird angeboten, abgelehnt, dies wird unterzeichnet, der Patient scheint klar orientiert.

Gegenüber der Autorität keine Beanstandungen – der Patient jedoch wieder allein zuhause, wenn sich das Personal mehr Zeit genommen hätte, andere Fragen gestellt hätte als die, die man auf der Schule eingetrichtert bekommt, seine eigenen Werte und Normen zum Vergleich heranzieht, den sozialpsychiatrischen Dienst angerufen hätte etc. – nicht immer ist das Krankenhaus die richtige Hilfe

Ein konstruierter Fall mit vielen Konjunktiven, aber ebenso verwendbar, wie die vielen Fallbeispiele der Lehre des Rettungsdienstes bei denen ein Fingerschnitt gerne zur Reanimation wird. Im allgemeinen der Vorbereitung auf die Katastrophe mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird als dem alltäglichen Notwendigem –

Handlungsfreiheit weg vom Standardprotokoll ist wichtig, noch wichtiger ist es zu erkennen, wann die Abweichung Sinn macht.

Sich stur an das Protokoll zu halten ist keine Verantwortung – die gibt man an den Ersteller des Protokolls ab.

Ein Mitarbeiter, der sich seiner gegebenen, vermeintlichen Handlungsfreiheit, seiner Verantwortung bewusst ist und sich derer bedient, entsprechend agiert:

– Handlung und Ergebnis zum Verantwortungsobjekt stimmt ,
– das Ergebnis ist mit der allgemeinen Ethik und Gesetzgebung vereinbar,

jedoch durch die Autorität bestraft wird, kann eigentlich nur in eine Richtung tendieren – das Ablegen jeglicher Handlungen rechts und links des Protokolls.

Begünstigt wird dies zudem durch ein unterdessen gängiges Motivationsinstrument: das Erzeugen von Angst. Angst den Arbeitsplatz oder die Stelle zu verlieren, Angst krank zu werden, Angst zu versagen, Angst nicht wahr genommen zu werden

Heißt Verantwortung Vertrauen?

Ein Mitarbeiter, der keine Handlungsfreiheit empfindet spürt keine Verantwortung mehr und wird sich auch entsprechend einer Kritik an seiner selbst oder seinem Handeln entgegen stellen

Da er sich oft bedroht fühlt (dabei ist es irrelevant, ob dies Objektiv der Fall ist, es handelt sich um eine affektive Emotion) wird auch jede Art der Kritik als Angriff angesehen und sich abwehrend positioniert.

Wieso auch nicht, die Erfahrung hat einem das gelehrt und man kann dies eigentlich jeden Tag entdecken, das ist Grundhaltung.

Aber durchaus lässt sich das wieder in den Griff bekommen – hierbei kann man sich einiger Methoden der Gesprächsführung bedienen – wenn man das Problem als solches erkannt und auch akzeptiert reicht meist auch nur der logische Menschenverstand.

Natürlich ist Lob schöner als Kritik, Feedback (ein nicht so Nerv treffender Begriff) ist jedoch wichtig, das wird jeder in einer ruhigen Minute bestätigen.

Wie ein Gesprächspartner Kritik versteht muss erkannt werden, denn häufig wird sie als Vorstufe zur Ahndung verstanden. Wenn der Kritisierende seinen eigenen Ansprüchen gerecht werden will eine zukünftige Handlung zu verbessern, kann die Einleitung mit dieser Zielleistung einen Dialog in die gewollte Richtung führen.

Schlusswort

In einer homogenen Gruppe bestehend aus Individualisten, in der ich froh und stolz bin, meinen Dienst versehen zu dürfen ist jedoch eines ganz klar : Unter Berücksichtigung der eigenen Verantwortlichkeiten und der Akzeptanz dieser, ist sicher ein Hauch von Befehl und Gehorsam Gebot.
Dies fällt in einer vertrauensvollen Arbeitsumgebung auch nicht schwer.

Strukturen sind Elementar – Strategien und Protokolle wichtig Die beste Strategie nützt nichts, wenn sie die Möglichkeit der veränderten Ausgangslage nicht berücksichtigt.

Protokolle sollten nicht starr sein, Mitarbeiter nicht ihrer Handlungsfähigkeit beraubt. In der Zusammenarbeit einzelner Bereiche in unserer Behörde kann dies bedeuten wider besseren Wissen zu handeln, denn viele Situationen folgen keinem Protokoll.

Ey man, wo ist mein Auto ?

Vierhundermillionen ! 400.000.000,00 EUR

So hoch ist der Schaden, der Autobestitzern im Jahr durch „Totalentwendung“ – so nennen es Versicherer, entsteht. Nanu wird der eine oder andere jetzt denken, wieso dem Besitzer, es zahlt doch in der Regel die Versicherung. Ja das ist (fast immer) richtig – aber eine Versicherung, so sehr sie sich doch in der Balzphase um die Gunst des Klienten bemüht und stets versucht ein weihnachtliches Gefühl der Nächstenliebe zu versprühen und zu hinterlassen hat die erste Regel auf der To Do Liste: Geld verdienen. Versicherer machen nichts, um in den Himmel zu kommen. Dem zufolge wird der Schaden natürlich an den Versicherungsnehmer weitergegeben und hier reden wir nicht über Peanuts.

Heute gestohlen, morgen in Polen ! Huiii – jetzt kommt der Nazifizierungsalarm durch den Äther, aber leider ist da was dran. Die Begründung hierfür ist, das Polen als Drehscheibe zwischen Ost und Westeuropa dient und in etwas 60.000 – 100.000 Polen laut ARD Recherchen in Diebstähle oder in die Hehlerei involviert sind. Aber ganz richtig ist der Satz dennoch nicht, denn morgen ist er nicht in Polen, morgen ist er in der Ukraine oder sonst wo. Die polnische Regierung hat in der vergangen Zeit einige Hürden geschaffen was das Zulassen und Anmelden gebrauchter KFZ betrifft – aber herje – wer glaubt denn wirklich, dass subversive Elemente aufgeben, wenn es um eine Industrie von 400.000.000,00 EUR geht. Der polnische Botschafter Marek Prawda entgegnete auf die Frage ob Polen das Dorado der Automafia sei mit einem klaren nein, die Verantwortung würde bei den Herstellern liegen und vielleicht sei es halt zu einfach in Deutschland Autos zu stehlen. – Ohne Worte Das geklaut wird, das liegt am Kriminellen und nicht am Hersteller, jedoch stellt man sich natürlich die Frage, warum der Hersteller das nicht erschwert? – Im Fokus der Diebstähle sind Wagen im Alter zwischen 4 – 7 Jahre, gut ausgestattet, einiges an Elektronik aber auf einem Sicherheitsniveau eines Radioweckers. Man stelle sich mal vor man würde sein Antivirenprogramm am Computer einige Jahre nicht aktualisieren. Der heutige Autoknacker ist ein Autohacker – alles geht elektronisch, Komfort auf der einen Seite, Risiko auf der anderen. Man muss nicht lange im Internet unterwegs sein, um Händler zu finden, die alles anbieten was für eine „Inbesitznahme“ ausreicht. Steuergeräte werden überspielt, die Identität des Fahrzeugs einem fremden Schlüssel angepasst und los geht er, der Kleine.

In den USA dürfen nur Fahrzeuge zugelassen bzw. können versichert werden, deren Steuergerät bzw. die darin enthaltenen Chips nur einmal beschreibbar sind – also hier ist nix mit löschen und neu aufspielen. Ein Gesetzt sehr zum Leid der Hersteller. In Europa ist das keine Pflicht – klar: mehrfach beschreibbare Chips lassen Softwarereparaturen und Updates zu – aber eine aus aktuellem Anlass paranoide Grundstimmung lässt mich natürlich fragen: wohin gehen die 400.000.000,00 EUR ? – ich wage mal zu denken, dass hiervon keine Schnitzel Pommes gekauft werden sondern die Anschaffung neuer Fahrzeuge vermutet werden kann. Wer weis das schon….. Wenn noch vor 2007 das eigene Auto direkt in Polen auf die Rolle kam so hat sich seit der Erweiterung des Schengenraums der Diebstahl in das Heimatland des Autobaus verlagert. Größere Auswahl!
Der Tagesspiegel zitiert hierzu ein ihr vorliegendes Schreiben : In Verbindung mit dem auffälligen Rückgang der Auslandsentwendungen insbesondere in Tschechien und in Polen wird angenommen, dass eine Verlagerung der Entwendungstaten vom Ausland nach Deutschland hin stattgefunden hat und die Erweiterung des Schengenraums und der damit einhergehenden Ausnutzung des Wegfalls der stationären Grenzkontrollen an den deutschen Grenzen zu Polen und Tschechien hierfür wesentlich ursächlich sein dürfte.“

Den Schengenraum als solches eindimensional zu verfluchen ist jedoch ein wenig verfrüht, denn die Diebstahlrate in Trier mit Verschieben der Beute nach Luxemburg ist so nicht aufgefallen (ist auch Schengenraum) in der Umkehr ist es jedoch ratsam in Görlitz zu zweit tanken zu fahren, damit einer auf das Auto aufpasst während der Fahrer den Sprit bezahlen geht.

In Frankfurt an der Oder werden die meisten Autos gestohlen, hier liegt der Durchschnitt 750 fach höher als im Südwesten der Republik. Der Aufklärungsdurchschnitt liegt bundesweit bei ca. 25% aber gerade im benannten Raum bei ca 9%. Im allgemeinen kann man sagen, dass des Deutschen liebste Kind in den neuen Bundesländern am gefährdetsten ist und das ansteigend zur Grenznähe gen Osten. Es ist nicht so, dass alle Polen Autos klauen aber es sieht danach aus, dass fast alle, die Autos klauen, aus Polen kommen.
Nach Angaben des Berliner LKA kommen die Diebe meist aus Osteuropa und dazu zählt auch Polen. Mir ist klar, dass der brave Pole es nicht mehr hören kann stets und ständig mit Autoklau in Verbindung gebracht zu werden. Aber so isses halt, gerade ich als Deutscher kann durchaus ein Lied davon singen mit Ereignissen in Verbindung gebracht zu werden, die ich zum einen nicht getan habe und zum zweiten 80 Jahre zurück liegen. Aber da kann ich nur sagen, liebe Nachbarn, beschwert euch nicht über die, die den Verlust ihres Eigentums beklagen, macht eure Landsleute für euren Rufmord verantwortlich und das lautstark.

Der beschwichtigende Versuch einzubringen, dass die Diebe auch aus dem weiter weg liegenden Osteuropa und dem Balkan kommen wirkt schon wie hysterisch verzweifelte Rechtfertigung, passt aber gerade in die politische Grundstimmung und wird nur von dem Argument, dass es schließlich auch deutsche Autoschieberbanden gibt, übertroffen. Oh mein Gott – es gibt in Deutschland deutsche Autodiebe? Na ob das politisch korrekt ist –

Mein großer Dank als Geschädigter an dieser Stelle gilt der SOKO Grenze, die mit bescheidenen Mitteln und Personalnot dennoch engagiert auf den grenznahen Straßen unserer Republik ihren Dienst versehen und dem einen oder anderen einen materiellen Verlust ersparen können als auch kompetent und freundlich dem Geschädigten zur Seite stehen. Land und Staat haben lange noch nicht verstanden, dass es wichtig ist auch hier aufzurüsten und die Beamten entsprechend auszustatten, sei es materiell, sei es politisch. Hoch organisiert agieren Autoschieberbanden. Die Executive? : behäbig bewegt sich nach traditionellen Judoregeln und will mitmischen in einer ordentlichen Kneipenschlägerei und staunt, das nichts bei rumkommt oder man die Jacke in Brand gesetzt bekommt. Ein gestohlenes Fahrzeug wird vom „Hacker“ einem Fahrer übergeben – im besten Falle wird dieser geschnappt – da ihm der Diebstahl aber selber nicht nachzuweisen ist, kommt er wieder auf freien Fuß – so siehts der Gesetzgeber.

 

Diskriminierung der Massen

Teil 1 – Geschlechter

Benachteiligung anders denkender sollte in unserer aufgeklärten Welt durchaus nur noch Stoff der Schulen aus dem Geschichtsbuch sein. Auch anders lebende oder anders aussehende sind Teil unserer Gesellschaft – auch wenn das nicht immer so war und die Akzeptanz im Vorfeld viele „Gefechte“ und Opfer gefordert hat, hat sich diese durchgesetzt.

Nun hat Deutschland – so wurde mir das bei vielen Gelegenheiten, eigentlich in jedem Ausbildungsabschnitt meines Lebens beigebracht– hier eine besondere Stellung sich erst recht verstärkt für die Gleichstellung einzusetzen. Das macht unser Land. Das macht es schon sehr lange. Meine ersten Erinnerungen beginnen da zum Thema Gleichstellung der Frau und hängen geblieben sind „Fetzen“ wie : §218 (Abtreibungsparagraph) – liegt wohl daran, dass dieser Paragraph gefühlt an jede Hauswand geschmiert wurde. Jedoch war ich seinerzeit definitiv zu jung um zu überblicken, worum es hier noch geht und das es sich hier vielleicht auch um einen Stellvertreterkampf für die allgemeine Gleichstellung und Selbstbestimmung handelte. Emanzipation war der Name der Bewegung. „Emanze“ wurde zum Schimpfwort und beschrieb im großen und ganzen die Frau, die ein Mann, sorry, wie ein Mann sein wollte, also genauso akzeptiert, mit den selben Rechten versehen sein wollte – meine ich natürlich – Als Kind hab ich da keinen Unterschied wahr genommen – ach wie schön leicht war diese Zeit.

Ich kann förmlich spüren, wie das schon ausreicht, die letzte geschriebene Passage. Langsam steigt dem/ der einen oder anderen die Zornesröte ins Gesicht, „sind doch alle gleich“ schwirrt durch den Kopf, es wird danach gesucht welch juristisch verwertbarer Begriff denn verwendet werden kann, denn so geht das nicht …..

Benachteiligung anders denkender sollte in unserer aufgeklärten Welt durchaus nur noch Stoff der Schulen aus dem Geschichtsbuch sein

…. das Leute anders denken über die, die anders denken.

Ich fühl mich benachteiligt. Missverstanden. Ausgegrenzt….. Nö – eigentlich nicht, denn ich toleriere die Meinung der anders denkenden – ohne ihnen böse zu sein.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, den einen oder anderen Begriff zu definieren. Was heißt denn Toleranz ? Dieses Wort, auch Duldsamkeit genannt, beschreibt das Gelten lassen und Gewähren lassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten – es kommt aus dem lateinischen tolerare (erdulden, ertragen) – ein durchaus großes Wort.

Gerne wird dies Wort für mein Dafürhalten verwechselt mit der Akzeptanz (von lat. „accipere“ für gutheißen, annehmen, billigen) – Die Akzeptanz drück ein zustimmendes Werturteil aus – in diesem Begriff besteht eine aktive Komponente und beschreibt das Gegenteil zur Ablehnung.

Der Kampf um die Gleichstellung war und ist wichtig – ja ehrlich, das ist meine feste Überzeugung,.

Doch anstelle zu unterstützen, dass die weibliche Fraktion ihr eigenes Modell anstrebt, definiert und lebt, scheint es nur darum zu gehen dem männlichen Modell nahe zu kommen und die Norm des Mannes zu erfüllen – der Feminismus meiner Ansicht nach sogar dadurch das alt geprägte Männerbild verknöchert und starr werden lässt. Jedoch wird sich ein kleines Hintertürchen offen gelassen – und die Wünsche der Frau für ihr Leben und ihrem Dasein in der Gesellschaft mit einem dicken fetten Konjunktiv ausgestattet. Die Frau könnte Ehefrau, Hausfrau und Mutter sein, sie könnte aber auch Kariere machen, sie könnte in den Militärdienst gehen, sie könnte sich auf die häusliche Sphäre zurückziehen – eigentlich könnte sie machen, wonach es ihr steht. Ich weis, das hört sich alles super eindimensional an – sicher ist es definitiv komplizierter – ich schreibe aber hier aus der Sicht des Mannes.

Die Weigerung zuzugeben, dass es geschlechterspezifische Rollen in unserer Gesellschaft gibt, gefolgt von geschlechterspezifischen Vor und Nachteilen ist ignorant, denn grundlegend werden wir nicht als Neutrum geboren und auch nicht als solche erzogen.

Außer bei grippalen Infekten leidet der Mann nicht, denn er will und muss ein Mann sein, dem Mann ist es nie zu viel Arbeit, er ist immer und allzeit bereit. Die Rolle des Mannes ist eigentlich einfach und schlicht: Versorger, Erbauer, Eroberer

Berufliches oder privates Versagen gehört nicht zum Plan und ist unmännlich – es geht nicht darum, ob das die Frau so sieht – nein, der Mann sieht sich so und das ist erst mal der ausschlaggebende Punkt – er will sich zu aller erst selber gerecht werden, die Norm erfüllen. Der Suizid ist deutlich häufiger bei Männern zu beobachten als bei Frauen, jedoch das Verhältnis von Patienten im psychologischen Bereich ist genau umgekehrt. Der Mann kann nicht gut mit Überforderung umgehen, denn überfordert zu sein heißt Versagen.

Wenn es um die eigene emotionale Wahrnehmung geht, ist es völlig uninteressant was Beobachter interpretieren – entscheidend ist, wie der Betroffene sich und seine Rolle und seine Ängste wahrnimmt und nicht wie sie wirklich sind, da dies nichts mit kognitiver Intelligenz zu tun hat. Vergleichbar mit einem angstgestörten Patienten, der eine irrationale Angst erlebt und diese auch fühlt und dies auch fachlich ernst genommen und behandelt werden muss – aber nun Vorsicht – der Umkehrschluss, dass Mann sein also eine Erkrankung ist, wäre dann doch sehr weit hergeholt.

Nicht nur, dass ich den Kampf um die Gleichstellung wichtig finde, stehe ich auch hinter der Notwendigkeit, dies gesetzlich festzumachen. Aber in Gesellschaft und Politik geht es schon lange nicht mehr um den Gleichstellungsfeminismus sondern um ein bürokratisches Herrschaftsinstrument

Im Gespräch um Gleichbehandlung vergisst man gerne die diskriminierenden Momente gegenüber dem Mann. Der Militärdienst war bis vor kurzem ausschließlich verpflichtend durch den Mann zu leisten – alternativ auch der Zivildienst –und die einseitige Gewaltenzumutung liegt immer noch beim Mann. Ob Polizei oder Militär – ein durch überwiegend durch Männer besetzter Bereich – im überwiegenden die gesamte Exekutive, das gilt eigentlich für die meisten gefährlichen körperlich anstrengenden Berufe.

Nun verlangt man also vom Polizisten, oder nehmen wir den Soldaten, der nach seiner Dienstzeit im Ausland nach Hause kommt, und sich nun dem Alltag gegenüber sieht und nun wieder der zuhörende einfühlsame Mann sein soll – obgleich er oft um sein Leben fürchtend, Gewalt bringend oder sehend seine Dienstzeit versah und nun damit ein Problem hat gesellschafts- und familienadäquat zu reagieren, in der Form großen Interesses und ermessender Bedeutung, wenn ihm die Ehefrau erzählt, das Nachbars Hund auf den Rasen geschissen hat. Hier verschieben sich die Wichtigkeiten – und das selbe gilt nicht nur für den Soldaten, sondern speziell für alle Berufsgruppen, die mit Gewalt und Tot zu arbeiten haben – wo die wenigsten Menschen in unserem Lande jemals was schlimmeres gesehen haben als eine Blinddarmnarbe.

Dauertraumatisierung ist hier der Fachbegriff – und die posttraumatische Belastungsstörung die Folge – per Definitionen ein Ergebnis einer normalen menschlichen Reaktion auf nicht normale Situationen.

Wie man an der Ausführlichkeit des letzten Absatzes vielleicht erkennen kann, ist im Speziellen diese Ungleichbehandlung und Diskriminierung eine für mich sehr schwergewichtige und dominante.

Als erstes Argument der Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau fällt: Bezahlung. Bei aller Recherche kann ich nicht sehen, dass ein Mann mehr im selben Beruf bei selber Tätigkeit verdient als eine Frau – auch nicht im Pflegeberuf. Gerne wird bei diesen Statistiken verschwiegen, dass es mehr Teilzeitler bei den Frauen gibt, und daher das Einkommen geringer ist – aber halt auch die Arbeitszeit. Dieses Auslassen erfüllt mal wieder alles Klischees, die man aus Statistiken kennt. Gleichstellung soll Ungerechtigkeit eliminieren – in diesem Fall die Ungerechtigkeit seitens der Gesellschaft zwischen den Geschlechtern. Die traditionelle Gleichstellungspolitik schließt jedoch den Mann aus allen Verhandlungen und Gesprächen aus – denn im eigentlichen geht um Verteilungskämpfe und um Verteilung von Ungerechtigkeiten. Bei welchen Einigungsbestrebungen wurde jemals eine Partei ausgeschlossen ?

Als Vater einer 1 jährigen Tochter im Jahr 1998 und einem Dienstplan, der es mir und nicht meiner Frau erlaubte auch wochentags vormittags zu Hause zu sein, hielt ich es für eine gute Idee mit meinem Kind in eine „Krabbelgruppe“ , organisiert durch eine Kirchengemeinde, zu gehen. Immer Montags von 09:00 – 12:00. Kinder im selben Alter spielten zusammen oder auch gegeneinander, schmierten sich gegenseitig den Sabber in die Haare und übten sich in der Erlangung sozialer Kompetenzen, die sich leider bei anderen Elternteilen und Organisatoren vermissen ließen. Die Krabbelgruppe war eigentlich eine Mutter-Kind Gruppe – aus dem Begriff hab ich mir nichts gemacht, denn in dem Zeitalter sollte das doch kein Problem sein – doch, war es.

Höflich aber bestimmt wurde mir seitens der Organisation mitgeteilt, dass ich doch auf weiteres Erscheinen verzichten sollte, das sich die anderen Mütter (die feigen „Hallöchen, na wie geht’s“ Heuchler) nicht „frei unterhalten könnten“ – hmm –

Frauenparkplatz, Frauensauna, Frauenfitness – Frauenvertretung oder die Gleichstellungsbeauftragte aus dem Bundesgleichstellungsgesetz – die ganz klar per Gesetzt eine Frau sein muss – aber natürlich auch für die Gleichstellung des Mannes zuständig ist. In Zeiten der „Gendergerechten Sprache“ in der es sexistisch ist, wenn in der Strassenverkehrsordnung vom Fahrradfahrer die Rede ist und daher auf die Pluralvariante „Fahrradfahrende“ umgestellt wurde – es wird vielleicht der Tag kommen an dem der Gepäckträger in „Gepäck tragendes“ umbenannt wird. Für mich hat das nichts mit Gleichstellung zu tun sondern hier sind Menschen mit tief verwurzelten Minderwertigkeitskomplexen oder narzisstischen Persönlichkeitsstörungen am Werk – Beide gehören in Therapie.

Man überkompensiert die durchaus bestehenden Ungerechtigkeiten mit Bevorzugungen. In einem „ach wir wollen mit aller Gewalt ganz doll Gerecht sein“, kam man nicht auf die Idee die Ungerechtigkeit klar zu formulieren, zu identifizieren und juristisch zu unterbinden.

Man kam auf den glorreichen Einfall, die Benachteiligten ab sofort zu bevorzugen. Das kann nur schiefgehen, denn wenn man jemanden bevorzugt wird das gegenüber natürlich benachteiligt und das weshalb? Wegen einer Quote!

Das zynischsten Gesetzt hierzu findet man im Bundesgleichstellungsgesetz :

Einzelfallbezogene Quotenregelung, Qualifikation, Benachteiligungsverbote(§§ 8, 9 BGleiG)

Frauen sind unter Berücksichtigung des Einzelfalls (sog einzelfallbezogene Quote) in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, bei gleicher Eignung, Befähigung und Leistung bevorzugt zu berücksichtigen

Ein Gleichstellungsgesetz bevorzugt….

Was sagt unser Grundgesetzt dazu ?
Artikel 3 Abs.3 GG Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden…..

 

Fortsetzung folgt….

Interessantes hierzu
Markus Theunert , Psychologe