Archiv für den Monat: Oktober 2014

Diskriminierung der Massen

Teil 1 – Geschlechter

Benachteiligung anders denkender sollte in unserer aufgeklärten Welt durchaus nur noch Stoff der Schulen aus dem Geschichtsbuch sein. Auch anders lebende oder anders aussehende sind Teil unserer Gesellschaft – auch wenn das nicht immer so war und die Akzeptanz im Vorfeld viele „Gefechte“ und Opfer gefordert hat, hat sich diese durchgesetzt.

Nun hat Deutschland – so wurde mir das bei vielen Gelegenheiten, eigentlich in jedem Ausbildungsabschnitt meines Lebens beigebracht– hier eine besondere Stellung sich erst recht verstärkt für die Gleichstellung einzusetzen. Das macht unser Land. Das macht es schon sehr lange. Meine ersten Erinnerungen beginnen da zum Thema Gleichstellung der Frau und hängen geblieben sind „Fetzen“ wie : §218 (Abtreibungsparagraph) – liegt wohl daran, dass dieser Paragraph gefühlt an jede Hauswand geschmiert wurde. Jedoch war ich seinerzeit definitiv zu jung um zu überblicken, worum es hier noch geht und das es sich hier vielleicht auch um einen Stellvertreterkampf für die allgemeine Gleichstellung und Selbstbestimmung handelte. Emanzipation war der Name der Bewegung. „Emanze“ wurde zum Schimpfwort und beschrieb im großen und ganzen die Frau, die ein Mann, sorry, wie ein Mann sein wollte, also genauso akzeptiert, mit den selben Rechten versehen sein wollte – meine ich natürlich – Als Kind hab ich da keinen Unterschied wahr genommen – ach wie schön leicht war diese Zeit.

Ich kann förmlich spüren, wie das schon ausreicht, die letzte geschriebene Passage. Langsam steigt dem/ der einen oder anderen die Zornesröte ins Gesicht, „sind doch alle gleich“ schwirrt durch den Kopf, es wird danach gesucht welch juristisch verwertbarer Begriff denn verwendet werden kann, denn so geht das nicht …..

Benachteiligung anders denkender sollte in unserer aufgeklärten Welt durchaus nur noch Stoff der Schulen aus dem Geschichtsbuch sein

…. das Leute anders denken über die, die anders denken.

Ich fühl mich benachteiligt. Missverstanden. Ausgegrenzt….. Nö – eigentlich nicht, denn ich toleriere die Meinung der anders denkenden – ohne ihnen böse zu sein.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, den einen oder anderen Begriff zu definieren. Was heißt denn Toleranz ? Dieses Wort, auch Duldsamkeit genannt, beschreibt das Gelten lassen und Gewähren lassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten – es kommt aus dem lateinischen tolerare (erdulden, ertragen) – ein durchaus großes Wort.

Gerne wird dies Wort für mein Dafürhalten verwechselt mit der Akzeptanz (von lat. „accipere“ für gutheißen, annehmen, billigen) – Die Akzeptanz drück ein zustimmendes Werturteil aus – in diesem Begriff besteht eine aktive Komponente und beschreibt das Gegenteil zur Ablehnung.

Der Kampf um die Gleichstellung war und ist wichtig – ja ehrlich, das ist meine feste Überzeugung,.

Doch anstelle zu unterstützen, dass die weibliche Fraktion ihr eigenes Modell anstrebt, definiert und lebt, scheint es nur darum zu gehen dem männlichen Modell nahe zu kommen und die Norm des Mannes zu erfüllen – der Feminismus meiner Ansicht nach sogar dadurch das alt geprägte Männerbild verknöchert und starr werden lässt. Jedoch wird sich ein kleines Hintertürchen offen gelassen – und die Wünsche der Frau für ihr Leben und ihrem Dasein in der Gesellschaft mit einem dicken fetten Konjunktiv ausgestattet. Die Frau könnte Ehefrau, Hausfrau und Mutter sein, sie könnte aber auch Kariere machen, sie könnte in den Militärdienst gehen, sie könnte sich auf die häusliche Sphäre zurückziehen – eigentlich könnte sie machen, wonach es ihr steht. Ich weis, das hört sich alles super eindimensional an – sicher ist es definitiv komplizierter – ich schreibe aber hier aus der Sicht des Mannes.

Die Weigerung zuzugeben, dass es geschlechterspezifische Rollen in unserer Gesellschaft gibt, gefolgt von geschlechterspezifischen Vor und Nachteilen ist ignorant, denn grundlegend werden wir nicht als Neutrum geboren und auch nicht als solche erzogen.

Außer bei grippalen Infekten leidet der Mann nicht, denn er will und muss ein Mann sein, dem Mann ist es nie zu viel Arbeit, er ist immer und allzeit bereit. Die Rolle des Mannes ist eigentlich einfach und schlicht: Versorger, Erbauer, Eroberer

Berufliches oder privates Versagen gehört nicht zum Plan und ist unmännlich – es geht nicht darum, ob das die Frau so sieht – nein, der Mann sieht sich so und das ist erst mal der ausschlaggebende Punkt – er will sich zu aller erst selber gerecht werden, die Norm erfüllen. Der Suizid ist deutlich häufiger bei Männern zu beobachten als bei Frauen, jedoch das Verhältnis von Patienten im psychologischen Bereich ist genau umgekehrt. Der Mann kann nicht gut mit Überforderung umgehen, denn überfordert zu sein heißt Versagen.

Wenn es um die eigene emotionale Wahrnehmung geht, ist es völlig uninteressant was Beobachter interpretieren – entscheidend ist, wie der Betroffene sich und seine Rolle und seine Ängste wahrnimmt und nicht wie sie wirklich sind, da dies nichts mit kognitiver Intelligenz zu tun hat. Vergleichbar mit einem angstgestörten Patienten, der eine irrationale Angst erlebt und diese auch fühlt und dies auch fachlich ernst genommen und behandelt werden muss – aber nun Vorsicht – der Umkehrschluss, dass Mann sein also eine Erkrankung ist, wäre dann doch sehr weit hergeholt.

Nicht nur, dass ich den Kampf um die Gleichstellung wichtig finde, stehe ich auch hinter der Notwendigkeit, dies gesetzlich festzumachen. Aber in Gesellschaft und Politik geht es schon lange nicht mehr um den Gleichstellungsfeminismus sondern um ein bürokratisches Herrschaftsinstrument

Im Gespräch um Gleichbehandlung vergisst man gerne die diskriminierenden Momente gegenüber dem Mann. Der Militärdienst war bis vor kurzem ausschließlich verpflichtend durch den Mann zu leisten – alternativ auch der Zivildienst –und die einseitige Gewaltenzumutung liegt immer noch beim Mann. Ob Polizei oder Militär – ein durch überwiegend durch Männer besetzter Bereich – im überwiegenden die gesamte Exekutive, das gilt eigentlich für die meisten gefährlichen körperlich anstrengenden Berufe.

Nun verlangt man also vom Polizisten, oder nehmen wir den Soldaten, der nach seiner Dienstzeit im Ausland nach Hause kommt, und sich nun dem Alltag gegenüber sieht und nun wieder der zuhörende einfühlsame Mann sein soll – obgleich er oft um sein Leben fürchtend, Gewalt bringend oder sehend seine Dienstzeit versah und nun damit ein Problem hat gesellschafts- und familienadäquat zu reagieren, in der Form großen Interesses und ermessender Bedeutung, wenn ihm die Ehefrau erzählt, das Nachbars Hund auf den Rasen geschissen hat. Hier verschieben sich die Wichtigkeiten – und das selbe gilt nicht nur für den Soldaten, sondern speziell für alle Berufsgruppen, die mit Gewalt und Tot zu arbeiten haben – wo die wenigsten Menschen in unserem Lande jemals was schlimmeres gesehen haben als eine Blinddarmnarbe.

Dauertraumatisierung ist hier der Fachbegriff – und die posttraumatische Belastungsstörung die Folge – per Definitionen ein Ergebnis einer normalen menschlichen Reaktion auf nicht normale Situationen.

Wie man an der Ausführlichkeit des letzten Absatzes vielleicht erkennen kann, ist im Speziellen diese Ungleichbehandlung und Diskriminierung eine für mich sehr schwergewichtige und dominante.

Als erstes Argument der Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau fällt: Bezahlung. Bei aller Recherche kann ich nicht sehen, dass ein Mann mehr im selben Beruf bei selber Tätigkeit verdient als eine Frau – auch nicht im Pflegeberuf. Gerne wird bei diesen Statistiken verschwiegen, dass es mehr Teilzeitler bei den Frauen gibt, und daher das Einkommen geringer ist – aber halt auch die Arbeitszeit. Dieses Auslassen erfüllt mal wieder alles Klischees, die man aus Statistiken kennt. Gleichstellung soll Ungerechtigkeit eliminieren – in diesem Fall die Ungerechtigkeit seitens der Gesellschaft zwischen den Geschlechtern. Die traditionelle Gleichstellungspolitik schließt jedoch den Mann aus allen Verhandlungen und Gesprächen aus – denn im eigentlichen geht um Verteilungskämpfe und um Verteilung von Ungerechtigkeiten. Bei welchen Einigungsbestrebungen wurde jemals eine Partei ausgeschlossen ?

Als Vater einer 1 jährigen Tochter im Jahr 1998 und einem Dienstplan, der es mir und nicht meiner Frau erlaubte auch wochentags vormittags zu Hause zu sein, hielt ich es für eine gute Idee mit meinem Kind in eine „Krabbelgruppe“ , organisiert durch eine Kirchengemeinde, zu gehen. Immer Montags von 09:00 – 12:00. Kinder im selben Alter spielten zusammen oder auch gegeneinander, schmierten sich gegenseitig den Sabber in die Haare und übten sich in der Erlangung sozialer Kompetenzen, die sich leider bei anderen Elternteilen und Organisatoren vermissen ließen. Die Krabbelgruppe war eigentlich eine Mutter-Kind Gruppe – aus dem Begriff hab ich mir nichts gemacht, denn in dem Zeitalter sollte das doch kein Problem sein – doch, war es.

Höflich aber bestimmt wurde mir seitens der Organisation mitgeteilt, dass ich doch auf weiteres Erscheinen verzichten sollte, das sich die anderen Mütter (die feigen „Hallöchen, na wie geht’s“ Heuchler) nicht „frei unterhalten könnten“ – hmm –

Frauenparkplatz, Frauensauna, Frauenfitness – Frauenvertretung oder die Gleichstellungsbeauftragte aus dem Bundesgleichstellungsgesetz – die ganz klar per Gesetzt eine Frau sein muss – aber natürlich auch für die Gleichstellung des Mannes zuständig ist. In Zeiten der „Gendergerechten Sprache“ in der es sexistisch ist, wenn in der Strassenverkehrsordnung vom Fahrradfahrer die Rede ist und daher auf die Pluralvariante „Fahrradfahrende“ umgestellt wurde – es wird vielleicht der Tag kommen an dem der Gepäckträger in „Gepäck tragendes“ umbenannt wird. Für mich hat das nichts mit Gleichstellung zu tun sondern hier sind Menschen mit tief verwurzelten Minderwertigkeitskomplexen oder narzisstischen Persönlichkeitsstörungen am Werk – Beide gehören in Therapie.

Man überkompensiert die durchaus bestehenden Ungerechtigkeiten mit Bevorzugungen. In einem „ach wir wollen mit aller Gewalt ganz doll Gerecht sein“, kam man nicht auf die Idee die Ungerechtigkeit klar zu formulieren, zu identifizieren und juristisch zu unterbinden.

Man kam auf den glorreichen Einfall, die Benachteiligten ab sofort zu bevorzugen. Das kann nur schiefgehen, denn wenn man jemanden bevorzugt wird das gegenüber natürlich benachteiligt und das weshalb? Wegen einer Quote!

Das zynischsten Gesetzt hierzu findet man im Bundesgleichstellungsgesetz :

Einzelfallbezogene Quotenregelung, Qualifikation, Benachteiligungsverbote(§§ 8, 9 BGleiG)

Frauen sind unter Berücksichtigung des Einzelfalls (sog einzelfallbezogene Quote) in Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, bei gleicher Eignung, Befähigung und Leistung bevorzugt zu berücksichtigen

Ein Gleichstellungsgesetz bevorzugt….

Was sagt unser Grundgesetzt dazu ?
Artikel 3 Abs.3 GG Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden…..

 

Fortsetzung folgt….

Interessantes hierzu
Markus Theunert , Psychologe