Archiv für den Monat: August 2014

Erntshaft, da wollte ich mich raushalten !

….. aber es hat mich dann doch gepackt, wie den kleinen Jungen, der von der Ferne schon das Riesrad sehen kann.

Die #ALSICEBUCKETCHALLANGE grasiert diesen Spätsommer und entzückt ganze Lager von Sozialpsychologen und aber auch Werbestrategen mit roten, unter Tränen stehenden Augen auf der Suche nach dem WIE und WARUM.

Der Ursprung ist für mich einfach erklärt. Im Stile eines Red Nose Day wird versucht eine Gemeinsamkeit herzustellen – nur hier ist es nicht die Rote Nase, die uns miteinander verbinden soll ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Der Durchbuch hier ist sicher dem Clip von Charlie Sheen zu verdanken – es ist doch  irre, dass letzten endes auch mein Kollege durch Charlie Sheen nominiert wurde – der ist jetzt im Grunde berühmt….

ALS gilt sicher als eine schlimme Kranheit, die  veröffentlichten Zahlen nach in den USA ca 1-2 Menschen von 100.000 betrifft. Die Krankheit ereilt den Betreffenden in der Regel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr (mehr hierzu unter www.dgm.org ) –

Viele Meinungen zu Videos oder der Aktion ansich kreisen mittlerweile durch das Netzwerk, auf der Suche nach dem Sinn oder Unsinn. Da gibt es Leute die sind generell dafür, das sie dagegen sind, anderen ist das eher egal, einzelne hinterfragen auch geschickt das „Dahinter“ (www.buggisch.wordpress.com).

Das Problem bei einer seltenen Krankheit ist und bleibt ein Unternehmen zu motivieren, Geld in die Forschung zu stecken – mit der Gewissheit, dass ein eventuell entwickeltes Medikament niemals die Entwicklungskosten einspielen kann.
In dem Film „Lorenzos Öl“ von 1992 wird über eine Familie erzählt, deren Junge an ALD erkrankt (Adrenoleukodystrophie ) – diese Krankheit steht der ALS an Fiesheit in nichts nach. Auch hier war und ist das größte Problem Gelder für die Forschung zur Linderung oder gar Heilung aufzutreiben. Der Versuch potentielle Sponsoren/Investoren zu überzeugen wurde mit einem Zitat aus diesem Film beantwortet, das mir den Schauer über den Rücken laufen lief :“Es ersticken im Jahr mehr Kinder an einer Pommes Frites als Kinder an ALD sterben“ . Dieser Satz hat es , wenn auch mit dem Feingefühl eines Fleischerbeils, auf den Punkt gebracht.

Ich bin bekennender „Weihnachtsspender“ – nicht weil Weihnachten ist, nein weil Jahresende ist – da ist dann halt auch zufällig Weihnachten. Ich schau mir mein Jahr rückblickend an und ermesse dann für mich für wen ich was wieviel spenden will und kann. Das ist durchaus ein Prozess, der über mehrere Tage geht. Die Wahl des richtigen Empfängers stellt mich immer vor die größte Aufgabe – Ich prüfe das für mich jedes Jahr neu ab – vielleicht weil man sich auch selber und seine Wahrnehmung verändert. Warum spende ich : wenn ich jemanden trösten kann, mache ich das, wenn ich jemandem aufhelfen kann, mache ich das, wenn ich jemandem beraten kann, mache ich das, und wenn ich die Mittel hab, spende ich was.

Die Organisation ist schon wichtig :
Zu jedem „Thema“ findet man verschiedenste Organisationen, die zum Spenden aufrufen, informieren etc.
Interessant dabei sind oft die Vergleiche der Organisationsinterna – hier geht es natürlich in erster Linie darum, wohin das Geld geht, was damit gemacht wird – erst recht, wenn man sich als Non Profit Organisation beschreibt. Im Falle der ALS Association fallen schon ein wenig die „Gehälter“ auf. Die Vorstandsvorsitzende und der Leiter der Finanzabteilung gönnen sich zusammen üppige 400.000 EUR im Jahr. – Bei einem Spendeneingang 2013 von ca 2 Mio Euro  doch satte 20 % – sicher hat die ALS Ass. noch andere Einnahmequellen – 26 Mio Dollar wurde 2013 gesamt ausgegeben – 28 % davon für die Forschung.
Jeder verdient gerne viel Geld – das ist völlig OK – da muss niemand Mißgünstig sein – jedoch liegt das Gehalt deutlich über dem, was in Deutschland für eine vergleichbare Position bezahlt wird.(Quelle: www.stern.de)

Ist Spenden uneigennützig ?
In erster Linie schon – obgleich man ja in gewisse Richtungen unterstützt und darunter sind keine Einrichtungen zu denen man keine emotionale Verbindung hat.
In zweiter Reihe spende ich auch, weil es mir damit besser geht – das ist nun wirklich nicht uneigennützing – da gibt es auch nichts zu heucheln – und ich denke, dass dies eine große Motivation vieler Spender ist – vielleicht die vermeindliche Schuld des Überlebenden

Ob diese „Challange“ das richtige ist um Spenden zu sammeln ? die Organisatoren würden das in jedem Fall mit „Ja“ beantwoten. Noch 2013 kamen ca 2 Mio. Euro Spenden in den Topf – jetzt sind es bereits ca 71 Mio. Euro – für die Organisation ein riesen Erfolg. (Quelle: www.stern.de)

Die Meisten die diese Aktion ablehnen begründen das mit unterschiedlichsten Argumenten, die mich manchmal schmunzel, mir aber auch einstweilen die Adern in den Augen platzen lassen.

Richtig ist (im grünen Bereich) : es gibt sicher auch andere Organisationen die Geld benötigen – kein Problem, andere haben es vorgemacht und Spenden anderen Éinrichtungen.

Ausrede ist (hier wirds schon gelb) : das ist Wasserverschwendung – ohne darüber nachzudenken, dass man – sorry für die jetzt härteren Worte – ca 3 x am Tag seine eigene Pisse mit einem Vielfachen der empfohlenen Tagesdosis Trinkwasser in die Katakomben schickt.

Vulgär ist (Rot – ganz sicher Rot) : Teilnehmer, die eine riesen Inszenierung draus machen – für sich, für ihre eigene Person – rein betriebswirtschaftlich – das ist für mich wie einem Toten die Stiefel zu klauen –

Ich bin kein Fan der Challange so wie sie sich entwickelt hat.
Frühzeitig keimte in mir das Gefühl einem Kettenbrief oder Pyramidenspiel zu begegnen.
Mit Abscheu muss ich mir schon Facebook Masseges wie : „wenn du deine Kinder liebst. dann schicke diese Nachricht an 10 Freunde.“ und ähnlichen Scheißdreck lesen. Vielleicht bin ich ja auch den Menschen gegenüber, die sowas an mich senden zu schroff eingestellt – vielleicht sind sie selber Opfer einer gewissen Angst „was passiert, wenn ich das nicht mache“ – Auch hierzu ein schöner Artikel von www.buggisch.wordpress.com von der Korrelation zu Kausalität.
Sich nicht mehr unbedingt einen Eimer über den Kopf halten zu müssen, das hat unterdessen Schule gemacht und scheint erlaubt – kann man also weglassen. Aber was ist, wenn man nicht spenden will ? Hatten wir meines Wissens noch nicht oder wenn ja nur mit großer umfangreicher Rechtfertigung.

Und genau dieser Punkt stört mich und hat was anprangerndes gerade wenn man sich mal der Reichweite des Social Networks so richtig bewusst wird.
Als kleiner Bengel hab ich in der Kirche schon mal auch den U-Bahn Fahrschein (den abgelaufenen natürlich) in den Klingelbeutel geschmissen – nur damit mein Kirchenbanknachbar nicht denkt ich sei zu geizig – ich hatte halt nichts. Und schon da fühlte man sich beobachtet und vielleicht auch unter Druck – offensichtlich.
Alles war noch gut, solange es unter Promis betrieben wurde – da wurde auch noch tatsächlich über ALS aufgeklärt – als die „Kettenbriefe anfingen“ war ich raus.

Zusammengefasst – DIe #ALSICEBUCKETCHALLANGE ist da – war und ist sehr erfolgreich – den Betroffenen gönne ich aus tiefsten Herzen den Erfolg – nicht nur für die erlangte Aufmerksamkeit – obgleich man da immer schauen muss, ob der Betroffene überhaupt Aufmerksamkeit möchte, viele machen da Mitleid draus – sondern auch die Hoffnung schneller zu Ergebnissen zu kommen.

 

 

Mea Sententia – meiner Ansicht nach

….meiner Ansicht nach.
Willkommen in meinem privaten Blog – mea sententia.

Was macht man mit seinen Gedanken im Kopf – was ist, wenn Gefahr droht, dass dieser „platz“.
Es gibt viele Möglichkeiten : In den Wald gehen und dann brüllen – wer weis ob das gehört wird, ist ja keiner da.
Sport machen – ja geht – aber um einen guten Freund und Kollegen zu zitieren – das darf man nicht so oft machen, soll ja was besonderes bleiben.
Essen – das lenkt ab, auf dauer bringts aber neue Probleme.

Ich habe mich daher fürs schreiben entschieden – die Gedanken müssen raus – aber durchaus ist das für mich mehr als nur eine „therapeutische Maßnahme“, denn es macht auch irre Spaß.

Nun ist nicht jeder zum „Autor“ geboren – aber wen kümmerts – denn: wie wird man Autor ? Man schreibt !.
Es liegt schon eine große Gewichtung einzig in dem Umstand eigene Ansicht formuliert und in die Welt gerufen zu haben – wenn es dann noch gelesen wird oder sogar kommentiert – das wäre das reinste innere Blumenpflücken oder auch die Kirsche auf der Sahne.

Viel Spaß